Elementar verbunden in einer offenen Wirklichkeit

Der Ausdruck „elementare Verbundenheit“ macht auf Grundbedingungen menschlicher Existenz aufmerksam. Weder können wir uns aus der Verbundenheit vollständig lösen, noch gehen wir darin auf.  Elementar verbunden zu sein, bedeutet, diesseits dieser beiden Extreme zu leben. Das Leben erweist sich als ein Mischverhältnis von Verbundenheit und Unabhängigkeit, das Konflikte nicht ausschließt. Die elementare Verbundenheit zeigt sich in der sozialen Verbundenheit mit anderen Menschen, sie zeigt sich in  der Verbundenheit mit der Umwelt, sie zeigt sich in der Verbundenheit mit Gott in seinem von ihm geschenkten Bund.

Unsere Zeit tendiert dazu, das Spannungsverhältnis zu einer Seite hin aufzulösen: Menschen werden oft als sich selbst verwirklichende Individuen in ihrer Eigenständigkeit vorgestellt. Die Bevorzugung der Unabhängigkiet als einer Seite des Spektrums hat Folgen: In der Gesellschaft werden viele Formen längerfristiger Verbundenheit immer schwächer (Parteien, Gewerkschaften, Vereine, Kirchen), unser Verhältnis zur Umwelt verengt sich zu einem technisch-objektivierenden Verhältnis (auch in vielen Beiträgen zu den Klimazielen), die Nachricht der Verbundenheit mit Gott löst wenig Resonanz aus. Es gilt, die multidimensionale Verbundenheit der menschlichen Existenz wieder zu entdecken. Das hat Folgen für das Menschenbild, für das Weltbild und für das Gottesbild. Dazu wollen die Texte des Blogs Impulse geben.

Beide Ausdrücke, „offene Wirklichkeit“  und „elementare Verbundenheit“ weisen auf dasselbe: Die „offene Wirklichkeit“ besagt, dass die Wirklichkeit nicht eine Ansammlung von Objekten ist, vielmehr ist sie tiefgründig und abgründig. Sie ist es aber genau deshalb, weil wir immer mit ihr auf elementare Weise verbunden sind, dass wir keine Chance haben, uns genügend zu distanzieren, sie vollständig zu einem Objekt zu machen. Das Geheimnis der Welt entsteht durch ihre Nähe, nicht durch eine Ferne.

Weitere Hinweise und Literatur hier

Weitere Informationen zum Thema gibt es auch unter: www.mensch-welt-gott.de.

Frank Vogelsang