Orientierungen in einer offenen Wirklichkeit

„Die Welt umfasst in etwa das, was die objektivierenden Naturwissenschaften beschreiben können.“ „Menschen sind zu Geselligkeit neigende, vernunftbegabte Individuen.“ – Das sind zwei zentrale Sätze unserer zeitgenössisischen Wirklichkeitsdeutung. Ich gehe allerdings davon aus, dass sie unsere Sicht auf die Wirklichkeit stark verzerren. Wir sind mit unserer Umwelt und mit anderen Menschen viel elementarer verbunden, als es diese Sätze zum Ausdruck bringen. Eine Philosophie des Leibes hilft, auch jene Dimensionen existentieller Verbundenheit in der Wirklichkeit freizulegen, die sich nicht objektivieren lassen. Orientierungsversuche in einer offenen Wirklichkeit – das hat theologische, aber auch soziale und politische Konsequenzen. Der Glaube an Gott geht mit einer Erfahrung radikaler Verbundenheit einher. Menschen leben aus elementaren Gemeinschaftserfahrungen, sie sind zu einer wechselseitigen Solidarität fähig, sie sind auf ihre Umwelt angewiesen. Dies muss sich in einer offenen Geschichte bewähren, die immer auch von Konflikten und Verwerfungen bestimmt ist.

Weitere Hinweise und Literatur hier

Weitere Informationen zum Thema gibt es auch unter: www.mensch-welt-gott.de.

Frank Vogelsang